Zu unseren Kunden gehört auch Maik Pfingsten. Er hat über zehn Jahre als externer Troubleshooter in der Automobilindustrie gearbeitet. Das Spezialgebiet des Systemingenieurs sind Lastenhefte.

Heute arbeitet er als Autor, Speaker und Mentor. Wir sprachen mit ihm darüber, wie er zum Podcasten kam und welchen Nutzen das Audio-Format für sein Geschäft hat.

Sie haben mehrere Podcasts mit weit über 100 Folgen – darunter den Zukunfts-Architekten und den Lifestyle Entrepreneur. Wie sind Sie aufs Podcasten gestoßen und was hat Sie an dem Medium begeistert?

Maik Pfingsten: Ich war vor fünf Jahren noch sehr viel als Troubleshooter beschäftigt und hatte Kunden in Deutschland und im Ausland. Das hat meinen Arbeitsalltag geprägt: Ich saß viel in Mietwagen – und habe dort ständig nach passenden Radioprogrammen gesucht.

Ich höre zum Beispiel zu Hause im Rheinland gerne WDR 5. Aber welcher Sender ist in München oder Hamburg interessant? Wenn man dann endlich einen interessanten Sender gefunden hat, kommt man beim Kunden an und kann die Sendung nicht zu Ende hören. Nach dem Workshop noch einmal nach der Sendung zu suchen, ist einfach zu aufwendig. Und meistens hat man dann andere Dinge im Kopf.

Irgendwann bin ich dann auf Podcasts gestoßen und habe verstanden, dass ich mir alle Sendungen aufs iPhone ziehen kann. Man ist sein eigener Redakteur und baut sich sein eigenes persönliches Programm zusammen, das jederzeit abrufbar ist. Heute höre ich überall Podcasts, ob im Auto, beim Joggen oder beim Einkaufen. Wenn alle Radiosender abgeschaltet würden, würde ich es nicht mehr mitbekommen.

Sie sind aber nicht nur leidenschaftlicher Podcast-Hörer, sondern auch ein Podcast-Produzent. Wie kam es zu diesem Schritt?

Maik Pfingsten: Ich bin recht schnell auf unabhängige Podcaster gestoßen, die ohne Sender im Rücken produzieren. Unter anderem habe ich häufig den Raumzeit Podcast von Tim Pritlove gehört.

Das hat meine Neugierde geweckt. Ich wollte es einmal selbst ausprobieren. Ich habe mich dann intensiver damit beschäftigt und habe im Februar 2012 die Zukunftsarchitekten gestartet, ein Podcast für Systemingenieure.

Wie sind Sie auf die ersten Themen gekommen?

Maik Pfingsten: Das war eigentlich gar kein Problem. Meine Kunden haben mir ja jeden Tag Fragen gestellt, zu denen ich häufig epische Antwort-Mails geschrieben habe. Kam eine Frage häufiger vor, habe ich daraus direkt eine Sendung produziert.

Ich habe die ersten Monate in den Äther gesendet ohne ein Feedback zu bekommen. Man konnte zwar in den Download-Statistiken sehen, dass der Podcast gehört wurde. Aber die erste Mail kam erst nach vier Monaten.

Haben Sie den Podcast beworben?

Maik Pfingsten: Ja, ich habe bei Xing nach passenden Gruppen gesucht und dort aktuelle Podcast-Sendungen gepostet. Darüber habe ich mir eine erste Hörerschaft aufgebaut.

Hatten Sie bestimmte Business-Ziele mit Ihrem Podcast?

Maik Pfingsten: Ich habe keine wirklichen Ziele definiert. Dafür kannte ich das Medium nicht gut genug. Im Grunde war es reine Neugierde.

Nach einigen Monaten schrieb mich dann ein Entwicklungsleiter aus der Medizintechnikbranche an. Er bat mich um ein Angebot für einen Vortrag. Ich sollte über mehrere Episoden aus meinem Podcast sprechen. Da habe ich gemerkt, in was für einen Honigtopf ich gefallen bin.

Weil der Podcast zu Ihrem Marketing-Instrument wurde?

Maik Pfingsten: Genau. Ich hatte vorher ein klassisch analoges Marketing. Also persönliche Empfehlungen und Vorträge halten. Aber das ist sehr aufwendig und wenig planbar.

Ich hatte zu Beginn etwa 50 Hörer pro Woche. Das klingt nach wenig. Aber stellen Sie sich vor, Sie halten jede Woche einen Vortrag und es kommen 50 Gäste. Sie würden jubeln!

Im digitalen Raum sind solche Aktivitäten skalierbar. Heute habe ich rund 800 Hörer pro Episode in den ersten vier Wochen. Dafür müsste ich einen Konferenzsaal anmieten! Ich habe mein Marketing automatisiert.

Und wer hört Ihren Podcast?

Maik Pfingsten: Über meinen Podcast erreiche ich genau die Führungskräfte, die mich für ihre komplexen Projekte buchen. Heute muss ich fast keine Akquise mehr betreiben. Meine Kunden kommen auf mich zu.

Auch die Verkaufsgespräche sind viel kürzer und einfacher geworden. Früher musste ich viel mehr Überzeugungsarbeit leisten. Heute hören viele meiner Kunden erst einmal mehrere Wochen oder Monate meinen Podcast. Und dann kommt der Moment, in dem Sie einen Experten brauchen und die Entscheidung fällt sofort auf mich.

Mir passiert es auch häufiger, dass mich unbekannte Führungskräfte direkt duzen, weil ich in meinem Podcast meine Hörer auch duze. Über das Medium entsteht viel Vertrauen, weil es die persönliche Stimme ist, die die Menschen hören.

Haben Sie nicht die Sorge, dass Sie Ihr Fachwissen mit einem Podcast entwerten? Schließlich kann man dann doch alles kostenfrei hören.

Maik Pfingsten: Die Sorge haben viele Experten. Ich halte sie für unbegründet. Natürlich gibt es auch viele, die einfach nur reinhören und mich nicht buchen. Aber diese Personen hätten mich wahrscheinlich sowieso nicht gebucht.

Wer ein komplexes Problem lösen muss – zum Beispiel in kurzer Zeit ein Lastenheft für ein Entwicklungsprojekt schreiben – der sucht einen Experten. Und über die Podcasts erkennen potenzielle Kunden, dass ich mich auskenne. Die eigentliche Beratung findet dann trotzdem statt. Aber ohne den Podcast hätten mich meine Kunden gar nicht erst gefunden.

Löschen Sie Ihre alten Podcast-Folgen eigentlich irgendwann?

Maik Pfingsten: Auf keinen Fall. Der Vorteil ist ja gerade, dass die Sendungen auch zwei Jahre später immer noch interessant sind, weil es um fachliche Dinge geht und nicht um News mit einem Verfallsdatum.

Über einen längeren Zeitraum wird jede Folge über 3.500 Mal gehört. Es gibt auch Hörer, die stoßen erst heute auf mich und starten dann neu bei der ersten Folge.

Wie viel Arbeit investieren Sie in Ihre Podcasts?

Maik Pfingsten: Zu Beginn hat die Podcast-Produktion etwa einen Tag pro Woche gedauert. Mittlerweile habe ich viele Dinge optimiert oder ausgelagert. Aktuell sind es etwa zwei Stunden pro Episode.

Können Sie sich heute noch ein Leben ohne Podcast vorstellen?

Maik Pfingsten: Ein Podcast ist nicht für jeden das perfekte Medium. Aber für mich ist es genau das Richtige. Und das Feedback meiner Hörer ist natürlich eine gute Motivation. Kürzlich hat mir ein Teamleiter geschrieben: „Endlich ist meine Fahrt zur Arbeit wieder interessant!“

Vielen Dank für das Gespräch.

Über Maik:

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Maik Pfingsten
Troubleshooter a.D.

Als Autor, Speaker und Mentor gibt er sein Wissen aus über 10 Jahren als Troubleshooter und Systemingenieur in der Automobilentwicklung weiter.

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Maiks Website: www.lastenhefterstellen.de